Auszeichnung des Jahres 2010

Mai 2011: Skulptur sucht Schule

Die Stiftung würdigt mit ihrer Förderung einen besonderen Kooperationszusammenhang für den Stadtteil Gröpelingen, den der Verein Kultur vor Ort und das Gerhard-Marcks-Haus seit nunmehr fünf Jahren in experimentellen Arbeitsweisen gemeinsam entwickelt haben. Museum und Stadtteil begegnen sich in vielfältigen Grenzüberschreitungen: Exponate bewegen sich aus dem Museum in den Stadtteil, Gröpelinger Kinder aus dem Stadtteil ins Museum. Und damit ereignet sich nicht nur die Überwindung räumlicher Distanzen: Ein solches Vorhaben geht davon aus, dass die Begegnung mit der Kunst, die uns die Sprache der Bilder lehrt, nicht schon irgendwie von selbst stattfindet. Sie braucht Begleitung und Anleitung. Der schönste Weg: An die Hand genommen werden, mitgehen, Kunst sehen, immer wieder sehen und dabei verstehen lernen, selbst gestalten und den eigenen Ausdruck finden - all diese Voraussetzungen für kulturelle Teilhabe werden Kindern in diesen Projekten geschaffen.

Mit dem Atelierhaus Roter Hahn befindet sich in Gröpelingen ein wohnort- und schulnaher Standort für künstlerische Produktion und Präsentation, der fußläufig von drei Grundschulen, sechs Kitas und zwei weiterführenden Schulen erreichbar ist. Hier gelingt es in der ambitionierten Kooperation zwischen Museum, Künstlern und Pädagogen, Kinder ebenso in erste Schritte der Kunstrezeption wie in eigene Gestaltungsprozesse zu verwickeln.

Das Projekt „Der Zoo von Gerhard Marcks“ 2011 ist bereits gestartet, und unter dem Titel KunstLos werden bis zum Ende des Jahres und darüber hinaus etliche Projekte mit Ausstellungsbesuchen und eigenen Präsentationen folgen. Die Stiftung fördert mit ihrer Auszeichnung in Höhe von 5.000 € die ambitionierte Weiterarbeit und gratuliert allen Beteiligten, „Kultur vor Ort“, dem Gerhard-Marcks-Haus, der Museumspädagogik, den Künstlerinnen und Künstlern und Pädagogen, den Kindern und den Einrichtungen, aus denen sie kommen, zu dieser sehr gelungenen Zusammenarbeit.

Ganz besonderer Dank geht and die Heinz und Ilse Bühnen Stiftung, deren Engagement die Durchführung des Projekts 2011 erst möglich gemacht hat.

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